ان هذه المدونة تحتوي على ابحاث مختلفة فيى المياه الجوفية ومياه الشرب وتلوث المياه الجوفية والسطحية

Nachhaltige Wasserversorgung in Damaskus - Grundlage für eine Universitätskooperation
15 تشرين ثاني, 2005

Nachhaltige Wasserversorgung in Damaskus -Grundlage für eine Universitätskooperation

Gerade für urbane Räume in semiariden Gebieten stellt die nachhaltige Wasserversorgung ein zentrales Problem dar. Um für Damaskus angemessene, auch wirtschaftlich vertretbare Lösungen zu erarbeiten, kooperiert die TU Berlin mit der Universität Damaskus.

Nachhaltige Wasserversorgung in Damaskus - Grundlage für eine Universitätskooperation

Gerade für urbane Räume in semiariden Gebieten stellt die nachhaltige Wasserversorgung ein zentrales Problem dar. Um für Damaskus angemessene, auch wirtschaftlich vertretbare Lösungen zu erarbeiten, kooperiert die TU Berlin mit der Universität Damaskus.

Abb. 1: Satellitenbild. Ausschnitt Westhälfte Syrien mit

1. Euphratstausee und möglicher Wasserentnahme,

2. Meerwasserentsalzung,

3. Region zur Einrichtung von Kleinstaudämmen,

4. Karstgebiet mit potentiellen Grundwasserreserven,

5. Libanon,

6. Al Figeh Quelle,

7. Damaskusebene und

8. Aleppobecken.

Der Begriff Nachhaltigkeit darf heute in keinem Projekt fehlen. Eigentlich soll damit ausgedrückt werden, dass ein Projekt nicht nur auf kurzfristigen Erfolg ausgelegt ist und der Umgang mit den Ressourcen schonend erfolgt. Die soziale und sozioökonomische Komponente ist in ihrer Ganzheit berücksichtigt und stabilisiert den langfristigen Erfolg des Projekts. In diesem Sinne ist der Nachhaltigkeitsbegriff für die Ressource Wasser ein äußerst berechtigter Projektanspruch. In der 1992 in Rio de Janeiro eschlossenen Agenda 21 heißt es: „Die Ressource Wasser ist als unverzichtbare Lebensgrundlage in Menge und Güte und in Wahrung ihrer vielfältigen ökologischen Funktionen nachhaltig und verantwortlich zu nutzen“.

Länder mit geringem Wasserangebot

sind der Agenda 21 besonders verpflichtet,

denn das bedeutendste Lebensmittel

ist nur in beschränktem Umfang

vermehrbar. Deshalb müssen alle Anstrengungen

gemacht werden, Wasser

in Menge und Güte für die kommenden

Generationen zu erhalten. Dies geht nur,

wenn ein verantwortungsvolles Wassermanagement

betrieben wird. Damaskus,

eine Stadt, in deren Umland zudem eine

teilweise auf intensive Bewässerung

angewiesene Landwirtschaft betrieben

wird, ist ein Beispiel für viele andere

Städte in semiariden Gebieten.

Die Kooperation der TU Berlin

mit der Universität Damaskus

Wenn sich jemand von der TU Berlin für das Wassermanagement

im Großraum Damaskus interessiert und auch möchte,

dass Erkenntnisse zumindest den lokalen Behörden bei

Entscheidungen helfen, dann setzt dies eine kooperative

Zusammenarbeit voraus. Dabei muss der Partner Zugang zu

den lokalen Entscheidungsträgern haben, wenn die Ergebnisse

nicht nur theoretische Forschungsresultate bleiben sollen.

Geeignete Ansprechpartner für die öffentlichen Dienste sind

in Syrien in besonderem Maße die Universitäten.

Das Stipendienprogramm der syrischen Regierung für

exzellente Graduierte dortiger Universitäten zur Promotion an

deutschen Universitäten war der Auslöser der Kooperation

zwischen der TU Berlin und der Universität Damaskus. Zur

ersten Gruppe syrischer Stipendiaten, die mit dem Fünfjahres-

Programm für ausgezeichnete Studenten an die TU Berlin

kamen, gehört auch Ammar al-Ammareen. Er war nicht nur

der beste Master seines Jahrgangs, sondern hatte die höchste

Punktzahl seit vielen Jahren erreicht, die für einen Master vergeben

wurde. An der TU Berlin promoviert al-Ammareen im

Fachgebiet Hydrogeologie bei Professor Tröger. Dies brachte

die Kontakte zu seinen Betreuern an der Universität Damaskus

und die Diskussion der nachhaltigen Wasserversorgung in

Gang. Bereits seine Masterarbeit lieferte hierzu einige bedeutende

Erkenntnisse. Sehr schnell war die ganze Problematik

angesprochen und das Ziel der Forschungstätigkeit festgelegt.

Die bestehende Wasserversorgung

und der Bedarf

Damaskus hat eine Fläche von 118 km

Millionen Einwohner, was etwa 20% der Bevölkerung Syriens

entspricht. Das Bevölkerungswachstum wird mit drei bis vier

Prozent veranschlagt. Der Wasserverbrauch liegt bei 700 Mio.

Kubikmeter pro Jahr, was einem Verbrauch von etwa 220 -

250 l/Einwohner und Tag (Berlin 120 l/E/d) entspricht. Der

Wasserbedarf wird aus zwei Quellen, der Barada- und der Al

Figeh-Quelle gedeckt, so lange diese überhaupt Wasser führen.

Bis Mai werden von der Al Figeh-Quelle über einen

Stollen 900.000 m

liefert die Barada-Quelle. Während der Trockenzeit wird

aus 111 Brunnen, die im Stadtgebiet verteilt sind, Wasser

(150.000 m

Der Wasserbedarf der Umgebung, in der eine intensive

Bewässerungslandwirtschaft betrieben wird, ist erheblich.

Studien gehen davon aus, dass sich der Wasserbedarf

für den Großraum Damaskus bis 2010 verdoppeln wird.

Wie viel Grundwasser den registrierten Brunnen insgesamt

entnommen wird, ist unsicher, da die installierten

Wassermengenmessgeräte häufig durch einen Bypass

umgangen werden. Seit 2003 gibt es ein großes Klärwerk,

das für Bewässerungszwecke Klarwasser zur Verfügung

stellt. Allerdings ist das Abwassersystem noch stark reparaturbedürftig,

so dass nur ein Bruchteil der Abwässer in

der Kläranlage ankommt. Es werden größte Anstrengungen

unternommen, um die Reparaturen voranzutreiben und

dadurch die Verluste zu minimieren. Weiterhin sind die

Kontaminationen aus dem maroden Abwassersystem

bereits in das Grundwasser durchgeschlagen, wie die

Ergebnisse der Master-Thesis von al-Ammareen deutlich

zeigen.

2 und derzeit drei3/d in die Stadt geleitet. 100.000 m3/d zusätzlich3/d) gefördert.

Die Barada-Quelle. Foto: Autor

TU INTERNATIONAL 56 | MAI 2005

p

DISKUSSIONSFORUM 30

Vorstellungen zur künftigen

Wasserversorgung aus der Ersten Welt

Die Studie eines Schweizer Büros ergab drei Lösungen für

die künftige Wasserversorgung von Damaskus:

1. Eine Trinkwasseraufbereitungsanlage am Euphratstausee

und die anschließende Überleitung des Wassers durch eine

Pipeline (vgl. Abb. 1).

2. Eine Meerwasserentsalzungsanlage am Mittelmeer und die

anschließende Überleitung des Wassers durch eine Pipeline.

3. Die Sammlung von Oberflächenwasser in vielen kleinen

Stauseen im Gebirge nördlich und nordwestlich von

Damaskus mit anschließender Überleitung in die Stadt.

Alle vorgeschlagenen Lösungen würden das Wasser sehr teuer

machen, und jeder Kubikmeter müsste erheblich bezuschusst

werden, um der Bevölkerung zumindest die Grundversorgung

zur Verfügung zu stellen. Bei allen genannten

Lösungen sind hohe Pumpkosten zu veranschlagen, da

Damaskus auf 800 m NN liegt. Die Pipeline vom Mittelmeer

wäre 300 km lang, und die Energiekosten für die Entsalzung

werden mit 2 - 4 $US/m

lange Pipeline vom Euphrat wären 20 Pumpstationen erforderlich.

In beiden Fällen betrügen die Energiekosten etwa

2 - 5,25 $US/m

der Variation des Energiepreises. Der Bau vieler kleiner

Stauanlagen würde ebenfalls erhebliche Energiekosten für

das Pumpen erfordern. Ein weiteres Problem der Kleinstaudämme

besteht in der hohen Erdbebengefährdung des

Gebietes und in der starken Verkarstung des Gesteins, was

Dichtigkeitsprobleme mit sich bringen kann.

Zur Versorgung von Damaskus kann jedoch zusätzlich

noch unterirdisches Wasser genutzt werden:

1.Grundwasser im Stadtgebiet,

2.Grundwasser aus der Damaskusebene,

3.Grundwasser aus dem tiefen Karst des jurassischen Barada-

Becken (Teilbecken des Damaskusbeckens) und

4.der tiefe Karst in der Damaskusebene östlich der Stadt.

Weiterhin kann eine künstliche Grundwasseranreicherung

betrieben werden. Die Winterabflüsse des Barada-Flusses

und des Auvage-Flusses werden an geeigneter Stelle aufbereitet

und in das Grundwasser abgeleitet. Das Wasser

läuft derzeit in der Wüste des Damaskus-Beckens ab.

Hierzu können a) Flächenfilter und b) Brunnen genutzt

werden.

Da diese möglichen Maßnahmen bisher

nicht überprüft wurden, war das gemeinsame

Forschungsfeld abgesteckt. Die

Kollegen aus Damaskus kooperieren bei

der Erkundung der noch nicht genutzten

Wasservorräte. Da für die Humanversorgung

die Qualität des Grundwassers

von 1. und 2. nicht hinreichend

ist, wird derzeit mit Erfolg die Erforschung

des tiefen jurassischen Karstes

durchgeführt.

Bevor die technisch nicht einfache

künstliche Grundwasseranreicherung

thematisiert werden soll, gilt es, sich auf

die Gebiete zu konzentrieren, die bisher

schlecht erschlossen sind. Die Barada-

Quelle liefert derzeit maximal 100.000

m

haben gezeigt, dass noch

erhebliche nicht erschlossene Grundwasservorräte

im Karstgebiet westlich

von Damaskus entnommen werden können,

die mit den jährlichen Niederschlägen

von bis zu 800 mm im Gebirge

neu gebildet werden. Da eine Leitung

von der Barada-Quelle nach Damaskus bereits existiert, kann

die Grundwasserentnahme nicht nur nachhaltig, sondern auch

wirtschaftlich durchgeführt werden.

Die Kooperation mit der Universität Damaskus hat somit

die Forschung in einen Bereich geführt, der vorher nicht bearbeitet

wurde, da die ausländischen Berater sich auf einfache,

aber teure Lösungen konzentriert hatten. Eine grobe

Wasserbilanz macht deutlich, dass die Wasserversorgung aus

dem betrachteten Raum in zehn bis zwanzig Jahren nicht

mehr ausreichen wird. In der Zwischenzeit kann aber über

die beste Lösung für eine nachhaltige Wasserversorgung der

syrischen Hauptstadt und der umliegenden Bewässerungslandwirtschaft

nachgedacht werden.

3 veranschlagt. Für die etwa 350 km3. Die hohe Schwankungsbreite ergibt sich aus3/d Wasser, was einem Sechstel der Al Figeh-Quelle entspricht. Erste Untersuchungen

TU Berlin

Fakultät VI - Bauingenieurwesen und

Angewandte Geowissenschaften

Institut für Angewandte Geowissenschaften,

FG Hydrogeologie

Ackerstraße 71-76

13355 Berlin

بواسطة alammareen 21:18 | عام | تعليق(0) | الرابط الثابت

تعليقات

اضافة تعليق
authimage
رمز التأكيد
A service provided by Al Bawaba